16 - 06 - 2019

Unsere Gruppe trifft sich 2 x monatlich. Unsere Schwerpunkte liegen im Kampf für bezahlbaren Wohnraum, für einen Kiez ohne Bundeswehrwerbung, für eine kostenlose Daseinsvorsorge und und und.....

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Termine:

16.06.2019 19:00 Wohnungsfrage 1872 ....heute, Stellschrauben der Miet- und Wohnungspolitik Allmende, Oranienstr. 159 Info
         
17.06.2019 19:00 Mietenpolitischer Stammtisch zum ZIA, Lobbyverband der Immobilienwirtschaft MaHalle - Waldemarstr. 110 Info
         
22.06.2019 15:00 airbnb in Kreuzberg - Tourismus im Kiez Mahalle - Waldemarstr. 110 Info
         
27.06.2019  ab 9:00
Mahnwache vor dem "Tag der Immobilienwirtschaft" Mühlenstraße, vor der Verti Music Hall Info
  16:30
Demo zum Lobbykongress Boxhagen Platz, Friedrichshain  

 

Texte:

Kreuzberg im Wandel: Nachbarn fordern Aldi statt Bio de Luxe

Im April demonstrierten um die 300 Nachbarn vor der Markthalle 9 für „ihren“ Aldi. Die Betreiber der Markthalle hatten dem Discounter gekündigt. Ein Discounter passt nicht in das Konzept. Das Angebot der Halle umfasst vor allem Bio Produkte der oberen Preisklasse. Kritiker bezeichnen die Markthalle als „Luxus-Food-Porn-Halle“.

Dass sie jemals für eine Aldi Filiale auf die Strasse gehen, hätte wohl keiner von den Demonstranten gedacht. Doch jetzt geht es um eine bezahlbare Grundversorgung. Die Mieten in Kreuzberg sind schon lange nicht mehr zu bezahlen. Für Geringverdiener, Hartz 4 Bezieher, Rentner usw. wird das Leben im Kiez immer schwieriger. Die sozialen Gegensätze immer offensichtlicher. Dort Menschen die in der Markthalle Champagner und Austern konsumieren, hier die anderen die nur durch den Einkauf im Discounter über die Runden kommen.

Den sozialen Sprengstoff hat auch die grüne Bezirksregierung erkannt. Nach Gesprächen mit den Betreibern der Markthalle soll nach den Sommerferien mit den Anwohnern über das Konzept der Markthalle neu diskutiert werden. Die Kündigung der Aldi Filiale ist erst mal ausgesetzt.

betterplace.org statt Google Campus

Ist Kreuzberg ohne den Google Campus ein besserer Ort? Sicher, aber betterplace.org ist nur das kleinere Übel. Über die Gründe warum Google von seinen Plänen im ehemaligen Umspannwerk in Kreuzberg seinen Campus einzurichten Abstand genommen hat lässt sich nur spekulieren. Ein Grund sicherlich der vielfältiger Widerstand im Kiez gegen das Projekt und der dadurch befürchtete Imageverlust für Google.

Stattdessen kommt die gute, heile Welt. Ein Unternehmen das seinen einzigen Zweck darin sieht den Menschen zu helfen. Ein geschickter Zug der Verantwortlichen der Bezirksverwaltung. Im Aufsichtsrat von betterplace.org sind u.a. ein Springer Manager und eine ehemalige Bundesministerin. Seinen Kunden aus der Wirtschaft, darunter so namhafte Unternehmen wie Daimler, SAP und Beiersdorf, verspricht betterspace.org durch ein positives Markenimage eine stärkere Kundenbindung. Also mehr Profit. Gefördert werden sollen von den Unternehmen soziale Projekte, weltweit.

Forderungen nach unkommerzieller Nutzung des alten Umspannwerks für soziale Projekte im und für den Kiez wurden ignoriert.

Schreibtische statt Hostelbetten

Als 2018 Pläne bekannt wurden auf dem Gelände eines abgerissenen Autohauses an der Skalitzerstrasse ein Hostel mit 750 Betten und Shoppingmall zu bauen regte sich auch hier schnell Widerstand der Anwohner. Kiezversammlungen und Kundgebungen vor dem Baugelände wurden organisiert. Um die 300 Anwohner diskutierten vor Ort über Alternativen zu dem geplanten Projekt. Eine der meistgenannten Forderung ist der Bau von bezahlbaren Wohnungen.

Wieder spricht der Bezirk mit dem Eigentümer, hier die Ideal Versicherung. Der Baustadtrat Forian Schmidt twittert dass die Hostelpläne vom Tisch seien und die Ideal Versicherungen nun Bürogebäude auf dem Gelände errichten will. Er wertet das als Erfolg. Die Anwohner sehen das natürlich anders. Hier bleibt die Entwicklung abzuwarten.

Das sind nur drei Beispiele von der aktuellen Entwicklung im Kiez. Was hoffen lässt, ist der Widerstand der Menschen, die Vernetzung und das Organisieren in Initiativen. Noch ist Kreuzberg nicht ganz verloren.

 

 

Logo der Kampagne "Abrüsten statt Aufrüsten"

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