21 - 08 - 2019

Grundlagen und aktuelle Herausforderungen

Broschüre erhältlich unter: https://shop.unsere-zeit.de/Lesestoff/Broschueren

 Die Grundlagen unserer Gewerkschaftsarbeit wurden – wen wundert es – von Karl Marx und Friedrich Engels gelegt. Beide beschäftigten sich nicht nur intensiv mit Fragen der theoretischen und programmatischen Entwicklung der Arbeiterklasse zu einer politischen Kraft, sondern auch mit Gewerkschaftspolitik und -organisation.

Sie erarbeiteten dabei Grundsätze aus, die bis heute aktuell geblieben sind. 1846/47 setzte Marx sich mit der Auffassung des französischen Sozialisten und Theoretikers des Anarchismus, Jean Pierre Proudhon, auseinander, wonach gewerkschaftliche Erfolge im Lohnkampf sinnlos seien, weil sie in der Regel schon kurzfristig wieder durch Preiserhöhungen zunichte gemacht würden. Marx wies in seiner Antwort auf den wahren Sachverhalt hin: „Das Steigen und Fallen des Profits und der Löhne drücken nur das Verhältnis aus, in welchem Kapitalisten und Arbeiter an dem Produkt eines Arbeitstages teilnehmen, ohne in den meisten Fällen den Preis des Produkts zu beeinflussen.“

Verteidigung und Erweiterung demokratischer Rechte bleibt eine Gegenwartsaufgabe - Rainer Perschewski in der UZ vom 11.01.2019

Die Novemberrevolution 1918 in Deutschland und mit ihr die Rätebewegung ist keine kurzfristige, auf wenige Monate begrenzte Erscheinung gewesen, mit denen ein paar Radikale – wie einige bürgerliche Geschichtsschreiber deutlichen machen wollen – Deutschland die sozialistische Sowjetrepublik aufdrücken wollten. Die Rätebewegung ist ein Ausdruck der Suche nach Selbstbestimmung der Werktätigen im Betrieb und in der Gesellschaft. Dafür spricht die rasante Verbreitung der Bildung von Arbeiter- und Soldatenräten im November 1918. Letztlich ist die Abdankung des deutschen Kaisers, die Beseitigung der Reste des Feudalismus und die Einführung von Rechten der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung ohne die Macht der Räte nicht denkbar. Viele Veranstaltungen und Veröffentlichungen zur Novemberrevolution vermitteln dennoch den Eindruck, als wäre diese Entwicklung rasch vorbeigewesen. Zwar verloren die Arbeiter- und Soldatenräte schnell ihre bestimmende Macht, aber die Rätebewegung blieb in den ersten Jahren der Weimarer Republik eine einflussreiche Größe, mit der die Herrschenden rechnen mussten.

Was wissen wir über das Bewusstsein der Arbeiterklasse – und was heißt das für die Aufgaben der Kommunisten? Rainer Perschewski in der UZ vom 29.03.2019

„Düster“ – so fasst Rainer Perschewski seine Einschätzung zum Bewusstsein der Arbeiterklasse in unserem Land zusammen. Er hielt am vergangenen Wochenende, an dem der DKP-Parteivorstand diskutiert hat, wie die Kommunisten ihre Verankerung in den Betrieben stärken und zur Formierung der Arbeiterklasse zur handelnden Kraft beitragen können, das Referat. UZ dokumentiert leicht bearbeitete Auszüge.

Erstmals seit Jahrzehnten geht die DKP wieder konkrete Schritte, um ihre Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit aufzubauen. In vielen Diskussionen oder Beiträgen der Vergangenheit um die Umsetzung der entsprechenden Beschlüsse des 21. und 22. Parteitags wird jedoch deutlich, dass es dringend geboten ist, sich mit den theoretischen Grundlagen rund um die Arbeiterklasse zu beschäftigen. Die Entwicklung der DKP seit 1987 hat in den letzten Jahrzehnten zu einer sinkenden Verankerung und einem eher theoretisierenden Umgang der Partei mit diesem Thema geführt. So können uns heute viele Genossinnen und Genossen theoretisch erklären, was „die“ Gewerkschaften alles falsch machen, wie „die“ Gewerkschaften eine Politik für die Arbeiterklasse machen müssten, ohne dabei selbst an real stattfindenden Kämpfen, geschweige denn an Aktionen und Debatten der Gewerkschaften beteiligt zu sein.

Die Arbeitszeitkonferenz der DKP

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 Die Arbeitszeitkonferenz der DKP „30 Stunden sind genug! – Für eine neue gewerkschaftliche Offensive zur Arbeitszeitverkürzung!“ fand im Haus der Essener Gewerkschaften statt. Die Bezirke Rheinland-Westfalen, Niedersachsen und Ruhr-Westfalen hatten dazu eingeladen und rund 60 Teilnehmer, hauptsächlich Betriebsräte und Vertrauensleute aus der ganzen Bundesrepublik, füllten den großen Saal des Gewerkschaftshauses am letzten Wochenende.

Olaf Harms, Sekretär der DKP für Betriebs- und Gewerkschaftspolitik, hob in seiner Eröffnungsrede hervor, dass die Forderung nach einer Arbeitszeitverkürzung mehr als der Wunsch nach einem schönen Leben sei. Die Arbeitszeitverkürzung sei ein notwendiges Instrument, um die Folgen der Digitalisierung im Interesse der Beschäftigten zu gestalten und für Menschen, die heute erwerbslos oder in befristeten und prekären Arbeitsverhältnissen seien, würdigere Arbeit zu schaffen. Dabei gehe es nicht nur um die Wochenstunden, sondern auch um die Lebensarbeitszeit. Die Arbeitszeitverkürzung könnte ein kraftvolles „Stoppschild“ für die kommende Jamaika-Bundesregierung seitens der arbeitenden Menschen sein.

Tarifabschluss bei den Berliner Verkehrsbetrieben - Rainer Perschewski in der UZ vom 12.04.2019

An den eindrucksvollen Streikaktionen der vergangenen Wochen haben sich 12000 Kolleginnen und Kollegen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) beteiligt. Unter diesem Eindruck stimmte die Führung der BVG einem Abschluss zu: 8 Prozent Lohnerhöhung für die Beschäftigten, mindestens aber 350 Euro, rückwirkend zum 1. Januar dieses Jahres. Hinzu kommen Veränderungen in der Lohnstruktur, die kürzere Stufenerhöhungen möglich machen, eine Neuordnung der Berufsgruppen und eine Erhöhung des Weihnachtsgeldes um 200 Euro. Die Laufzeit der linearen Erhöhung geht bis Ende 2020, die Regelungen für den Manteltarif bis zum 30. Juni 2020. Insgesamt beträgt die Erhöhung für einzelne Gruppen durch den Mindestbetrag bis zu 20 Prozent. Verzichtet hat die Gewerkschaft ver.di auf die Arbeitszeitverkürzung.

Sommerfest

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