28 - 01 - 2021
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Kommunistinnen und Kommunisten aus Berlin folgten heute dem Aufruf von DKP und SDAJ und ehrten an der Stele für Celalettin Kesim am Kottbusser Tor den ermordeten Genossen. Celalettin Kesim kämpfte konsequent gegen  Imperialismus, Faschismus und Krieg. Am 5. Januar 1980 hatte er Flugblätter verteilen wollen, die über die imperialistische Aggression gegen  Afghanistan aufklärten. Dazu kam es nicht mehr. Er wurde von türkischen Faschisten und religiösen Fanatikern ermordet. Celalettin Kesim war Mitglied der TKP und engagierte sich in Berlin in der SEW. In der IG Metall und der GEW schätzten ihn viele Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter als Vertrauensperson. „Mord verjährt nicht“, stellten die Rednerinnen und Redner fest.

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Sie erinnerten daran, dass der türkische und der deutsche Geheimdienst die Mörder unterstützt hatten und die Strafverfolgungsbehörden ihren Fokus später nicht auf die Aufklärung des Verbrechens, sondern auf die Aufdeckung linker Strukturen in Berlin richteten. Barbara Majd-Amin sagte im Namen der DKP Berlin: „Er war unser Freund, Kollege, Genosse, dessen Tod für uns nicht nur Mahnung, sondern Verpflichtung ist … Damals wie heute morden die Faschisten, deswegen müssen wir das Gedenken an Celalettin Kesim wachhalten, wie auch das an andere ermordete Antifaschisten.“

Hier der Redebeitrag von Barbara Majd Amin (DKP) bei der Kundgebung am 5.1.2021 zum Gedenken an Celalettin Kesim

Heute vor 41 Jahren wurde an dieser Stelle Celalettin Kesim von Faschisten und religiösen Fanatikern ermordet.
Er war unser Freund, Kollege, Genosse, dessen Tod für uns nicht nur Mahnung, sondern auch Verpflichtung ist.
Als Kommunist in seiner Heimat verfolgt, hatte Celalettin 1973 zusammen mit Frau und Kind die Türkei verlassen.

Seither lebte er in Westberlin und setzte hier seine politische Aktivität fort:

- in den Gewerkschaften, so in der IG-Metall und später als Lehrer an einer Neuköllner Berufsschule, in der GEW,
- in der Betriebsgruppe Borsig zusammen mit den Genossinnen und Genossen der SEW,
- als Sekretär des Türkenzentrums

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"Der feige Mord an Celalettin"
– so schreiben seine Genossen ein Jahr später in ihrer Schrift 'C.Kesim mahnt uns' - war sicherlich nicht zufällig. Seine unermüdliche Tätigkeit auf sozialem und politischem Gebiet hatte ihn schon seit Jahren zur Zielscheibe der 'Grauen Wölfe' gemacht. Erst wenige Tage vor dem Anschlag hatte er in einem Vortrag im Türkenzentrum das Verbot aller faschistischen Organisationen, das Verbot der Grauen Wölfe gefordert." Der Mord an Celalettin löste in der demokratischen Öffentlichkeit heftige Proteste aus. Aus allen Teilen Europas und sogar aus anderen Kontinenten gingen im Türkenzentrum Telegramme und Solidaritätsschreiben ein, die den faschistischen Mord scharf verurteilten. Es ist unmöglich, die Organisationen alle aufzuzählen, die sich diesem Protest anschlossen. Mehr als 10.000 Menschen schlossen sich eine Woche nach der Ermordung Celalettins nach der Gedenkfeier der
Demonstration an.

Ihr Protest richtete sich auch gegen die West-Berliner Politik. So sagte der Vorsitzende des Türkenzentrums auf der Trauerfeier:
"Wir können die politischen Instanzen in dieser Stadt, die jahrelang die Hinweise und Warnungen seitens der Gewerkschaften und der demokratischen Organisationen überhört und nichts unternommen haben, von der politischen Mitverantwortung an diesem Mord nicht freisprechen." Die Antwort der politisch Verantwortlichen in der Westberliner Politik, in Verfassungsschutz und Polizei und in der Springer-Presse war empörend: sie spielten den Mord herunter, machten die Opfer zu Tätern. Die Mörder wurden bis heute nicht für den Mord bestraft. Die erwiesenen Kontakte zwischen den Grauen Wölfen und der NPD, zwischen dem türkischen Geheimdienst und dem Verfassungsschutz wurden geflissentlich übersehen, die Forderungen nach dem Verbot der Grauen Wölfe wurden ignoriert – bis heute.
Die fortschrittlichen Organisationen aber setzte der Senat unter Druck: der Türkische Demokratische Arbeiterverein wurde aufgefordert, seine Mitgliederliste offenzulegen.

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Mit einer Geldstrafe von 1000 DM wurde er gezwungen, sie beim Staatsschutz einzureichen.Wir erinnern in dieser Ausführlichkeit daran, weil wir die Verantwortung für das Jetzt tragen.

Erinnern heißt nicht nur mahnen, sondern vor allem jetzt handeln!
Damals wie heute morden die Faschisten, deshalb müssen wir das Gedenken an Celalettin Kesim wachhalten, wie auch das an andere ermordete Antifaschisten. Wir müssen den Widerstand gegen die zunehmende faschistische Gefahr gemeinsam organisieren. Faschisten sind die Handlanger des Kapitals. Die Geschichte lehrt uns, dass sie immer diejenigen verfolgen, die die konsequentesten Verfechter einer neuen, gerechteren Gesellschaftsordnung sind. Eben diejenigen, die für eine Gesellschaft kämpfen, welche die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen nicht kennt. Celalettin Kesim war solch ein konsequenter Kämpfer für eine neue, für eine sozialistische Welt, deshalb musste er sterben.

Damals wie heute haben wir die Pflicht,
- die Bestrafung der Mörder Celalettins zu fordern – Mord verjährt nicht!
- Wir haben damals wie heute die Pflicht - entschlossen die Demokratie und die Rechte der Arbeiter zu verteidigen
  und gegen die Gefahr von Krieg und Faschismus zu kämpfen.

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